Illustration der Judo-Technik Tsubame-gaeshi (Schwalbenkonter)

1. Kyu · BraunAshi-waza · Fuß- und Beintechniken

燕返

Tsubame-gaeshi

Schwalbenkonter

Wörtlich: Schwalbenkonter (engl. Kodokan/IJF: „swallow counter“)

Programm
Wahlprogramm Taiso (1. Kyu)

Laut DJB-Technikpools (2022) gehört Tsubame-gaeshi zum Masterprogramm (1.–3. Dan). Im Kyu-Bereich kommt die Technik nur als Tandoku-renshu-Form im Taiso-Wahlprogramm zum 1. Kyu vor.

Für diese Technik gibt es in der DJB-Mediathek kein eigenes Video. Unten findest du das offizielle Kodokan-Video.

Technikbeschreibung

Tsubame-gaeshi ist eine reine Kontertechnik gegen ein Fußfegen. Laut Kodokan-Definition wehrt Tori Ukes Fegeversuch ab und fegt mit demselben Fuß, der angegriffen wurde, zurück; die IJF beschreibt konkret: Greift Uke mit rechtem De-ashi-harai an, verlagert Tori das Gewicht auf das linke Bein, zieht den rechten Fuß durch Beugen des Knies zurück, sodass Ukes Fegen ins Leere geht, und wirft Uke sofort mit linkem De-ashi-harai (also mit dem gerade zurückgezogenen Fuß, nun als Fegefuß gegen Ukes Fegebein). Der Gleichgewichtsbruch entsteht aus Ukes eigener Fegebewegung: Ukes Gewicht liegt auf dem Standbein, sein Fegebein ist in der Luft und wird beim Zurückschwingen seitlich weggefegt, während Toris Hände Uke in dieselbe Richtung führen. Entscheidend sind Timing und ein kleines, schnelles Ausweichen in Kreisform, das an den Flug einer Schwalbe erinnert. Typische Anwendung: Randori-Situationen, in denen Uke De-ashi-harai oder Okuri-ashi-harai versucht. Im DJB-Graduierungssystem gehört Tsubame-gaeshi nicht zum Kyu-Programm, sondern zum Masterprogramm (1. bis 3. Dan).

Schlüsselpunkte, auf die Prüfer achten

  • Erkennen des Fegeangriffs und sofortiges Zurückziehen des angegriffenen Fußes durch Kniebeugen
  • Gewicht komplett auf das Standbein, Oberkörper bleibt ruhig
  • Gegenfegen mit demselben Fuß gegen Ukes Fegebein, ohne Pause in einer Bewegung
  • Hände führen Uke in Fegerichtung (Kuzushi aus Ukes Bewegung)
  • Kontrolle des Ärmels bis zum Fallende

Typische Fehler

  • Zu spätes Zurückziehen: Ukes Fegen trifft und Tori verliert selbst das Gleichgewicht
  • Pause zwischen Ausweichen und Gegenfegen, Uke setzt den Fuß wieder ab
  • Fegen mit dem anderen Fuß (dann kein Tsubame-gaeshi im Sinne der Kodokan-Definition)
  • Keine Handarbeit, Konter nur mit dem Bein

Sicherheit: Uke fällt seitlich, oft überraschend und mit nur einem Bein am Boden; Tori muss den Ärmel sicher halten. Für Kinder nur als Spielform aus langsamer Bewegung üben.

Offizielles Kodokan-Video

Referenzausführung des Kodokan Judo Institute (Tokio), der Ursprungsschule des Judo.

Tsubame-gaeshi (燕返) · Offizielles Video des Kodokan Judo Institute, verlinkt auf der Kodokan-Technikliste.Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) aufgebaut.

Geschichte & Herkunft

Tsubame-gaeshi gehört weder zur Gokyo-no-waza von 1895 noch zur revidierten Gokyo von 1920 und erscheint auch nicht in Jigoro Kanos frühen Techniklisten (1886–1888). Der Kodokan hat die Gokyo seit 1920 nicht mehr geändert, 1982 aber 17 Würfe mit neuen Namen (Shinmeisho-no-waza) und 1997 zwei weitere offiziell anerkannt. Tsubame-gaeshi ist heute Nr. 16 der 21 offiziellen Ashi-waza des Kodokan und steht in der IJF/Kodokan-Klassifikation (Stand 1. April 2017, 68 Wurftechniken). Kodokan und IJF definieren sie als Konter, bei dem Ukes Fegen abgewehrt und mit demselben Fuß zurückgefegt wird.

Dass Tsubame-gaeshi zu den 1982 neu benannten Techniken (Shinmeisho-no-waza) gehört, ist naheliegend, aber auf den geprüften Kodokan-/IJF-Seiten nicht als Einzelnennung belegt; die Listen von 1982 und 1997 werden dort nicht namentlich ausgeführt. Zur Herkunft des Namens oder des Wurfs vor 1982 gibt es keine belastbare offizielle Quelle.

Quellen

Nur offizielle Verbandsquellen (Kodokan, IJF, DJB, nationale Verbände).

  1. Kodokan Definitions of Judo Techniques (Stand 01.10.2022, PDF) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Offizielle Definition: Abwehr eines Fegeversuchs und Gegenfegen mit demselben Fuß; Nr. 16 der 21 Ashi-waza
  2. 柔道 技名称一覧 (Kodokan-Technikliste mit Gokyo-no-waza 1895 und 1920) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: 燕返 weder in der Gokyo 1895 noch in der Gokyo 1920 enthalten
  3. はじめに (Einleitung zum Kodokan-Nage-waza-Digest: Geschichte der Technikklassifikation) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Gokyo seit 1920 unverändert; 1982 17 Würfe mit neuen Namen, 1997 zwei weitere (67 Würfe)
  4. Motohashi, H.: 嘉納治五郎師範による柔道技名一覧 (Liste der Judo-Techniknamen von Jigoro Kano, Kodokan Judo Museum, 2025, PDF) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Tsubame-gaeshi fehlt in Kanos Listen von ca. 1886/87 und 1888
  5. IJF/Kodokan Classification of Judo (IJF Academy Level 1, PDF auf britishjudo.org.uk) – International Judo Federation / British Judo Association (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Beschreibung: gegen rechten De-ashi-harai Gewicht auf links, rechten Fuß zurückziehen, Wurf mit linkem De-ashi-harai; 68 Wurftechniken seit 1.4.2017; Abkürzung TSU
  6. tsubame-gaeshi – IJF Judo Techniques – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: IJF-Technikseite mit Definition („swallow counter“)
  7. IJF Judo Techniques – Startseite (Geschichte der Kodokan-Klassifikation) – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Gokyo 1920–1982 = 40 Würfe in 5 Gruppen; 1982 Ergänzung um Shinmeisho-no-waza
  8. Technik-Pools für das Graduierungssystem des DJB (Stand 1. Juni 2022, PDF) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Tsubame-gaeshi im Masterprogramm (1. bis 3. Dan), nicht im Kyu-Programm; reine Kontertechnik

Weitere Techniken dieser Gruppe


Inhalte nach dem Kyu-Graduierungssystem des Deutschen Judo-Bundes e.V. (Plakate, Stand 2024). Videos und Illustrationen: © Deutscher Judo-Bund e.V., eingebunden zu Lernzwecken.

Beschreibungen und Geschichte stützen sich ausschließlich auf offizielle Quellen (Kodokan, IJF, DJB und nationale Verbände). Die Quellen stehen auf jeder Technikseite.

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