
3. Kyu · GrünKansetsu-waza · Hebeltechniken
腕挫脚固
Ashi-gatame
Bein-Armstreckhebel
Wörtlich: Bein-Armstreckhebel (IJF: „leg lock“, Hebel mit dem Bein am Arm)
- Programm
- Erweiterungsprogramm (3.–1. Kyu)
Auf dem DJB-Plakat „Erweiterungsprogramm Boden“ (2024) beim 3. Kyu abgebildet; in den DJB-Technikpools dem Masterprogramm zugeordnet und in den Kyu-Anforderungen 2025 nicht namentlich gefordert. Verbindlich sind Hiza-gatame und Sankaku-gatame.
Für diese Technik gibt es in der DJB-Mediathek kein eigenes Video. Unten findest du das offizielle Kodokan-Video.
Technikbeschreibung
Nach Kodokan-Definition liegt Uke auf dem Bauch, Tori befindet sich an Ukes rechter Seite und hakt das rechte Bein um Ukes rechten Arm, um das Ellbogengelenk zu strecken und zu kontrollieren. Die IJF beschreibt spiegelbildlich: Tori legt den Körper über den bäuchlings liegenden Uke und schlingt das linke Bein um dessen linken Unterarm. Die Hebelwirkung entsteht durch das Bein, das den Unterarm Ukes gegen den fixierten Oberarm streckt; Toris Gewicht hält Ukes Schulter und Oberkörper am Boden. Typischer Eingang ist eine Situation, in der Uke in der Bauch- oder Bankposition einen Arm vom Körper wegstreckt. Weil das Bein deutlich kräftiger ist als der Arm, muss der Hebel besonders langsam angesetzt werden.
Schlüsselpunkte, auf die Prüfer achten
- Oberkörper und Schulter Ukes mit dem eigenen Gewicht fixiert
- Bein sauber um den Unterarm Ukes gelegt, Hebel wirkt am Ellbogen
- Streckung nur in Richtung des Gelenks, nicht seitlich
- Sehr langsames Ansetzen, da das Bein viel Kraft hat
- Sofortiges Lösen beim Abklopfen
Typische Fehler
- Bein hebelt seitlich gegen das Gelenk statt in Streckrichtung
- Zu schneller Druck mit dem Bein
- Schulter Ukes nicht fixiert, Uke dreht heraus
Sicherheit: Der Hebel wird immer langsam und kontrolliert angesetzt, nie ruckartig. Beim Abklopfen oder bei „Maitta“ wird sofort gelöst. Im Wettkampf sind nur Hebel am Ellbogengelenk erlaubt; im DJB sind Hebel in der U11 und U13 verboten. Nicht zu verwechseln mit Ashi-garami (Beinhebel am Knie), der im Wettkampf verboten ist.
Offizielles Kodokan-Video
Referenzausführung des Kodokan Judo Institute (Tokio), der Ursprungsschule des Judo.
Geschichte & Herkunft
Ude-hishigi-ashi-gatame gehört zu den zehn offiziellen Kansetsu-waza der Kodokan-Klassifikation. Nach dem DJB-Nomenklaturdokument wurde die Bezeichnung vom Kodokan 1985 festgelegt, zeitgleich mit Sankaku-gatame und Te-gatame. Im deutschen Sprachraum war „Ashi-gatame“ seit Wolfgang Hofmann (1969) ein Gruppenbegriff für Streckhebel mit dem Bein, unter den auch Hiza-gatame-Formen fielen. Sie ist nicht Teil der Katame-no-kata und wird im DJB-Kyu-Programm nicht namentlich gefordert.
Entstehung der Technik vor 1985 ist über zulässige Quellen nicht belegbar und wurde weggelassen.
Quellen
Nur offizielle Verbandsquellen (Kodokan, IJF, DJB, nationale Verbände).
- Kodokan Definitions of Judo Techniques (01.10.2022) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Kanji, Name und Definition: Uke in Bauchlage, rechtes Bein um den rechten Arm, Ellbogen strecken
- 柔道 技名称一覧 (Kodokan-Technikliste, Stand 1. April 2017) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Aufführung unter den 10 Kansetsu-waza der Kodokan-Technikliste
- IJF Judo Techniques: Ashi-gatame – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Beschreibung: Körper über den bäuchlings liegenden Uke, linkes Bein um den linken Unterarm
- Nomenklatur von Judotechniken im DJB – Implementierung des Kodokan/IJF-Standards (Stand 1. Juni 2022) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Bezeichnung Ashi-gatame vom Kodokan 1985 festgelegt; Hofmann 1969 nutzte „Gruppe der Ashi-gatame“ als Sammelbegriff
- Anforderungen an Kyu-Grade im DJB (Stand 17. Februar 2025) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Ashi-gatame wird im Kyu-Programm nicht namentlich genannt (Hebel: Juji-, Ude-garami, Waki-, Ude-, Hiza-, Sankaku-gatame)
- IJF Judo Techniques: Ashi-garami – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Abgrenzung: Ashi-garami ist ein Beinhebel am Knie und im Shiai verboten



