
5. Kyu · OrangeKoshi-waza · Hüfttechniken
袖釣込腰
Sode-tsurikomi-goshi
Ärmel-Hebezug-Hüftwurf
Wörtlich: Ärmel-Hebe-Zug-Hüftwurf (Sode = Ärmel)
- Programm
- Grundprogramm (7.–4. Kyu)
- Reihe
- Eindrehtechnik zur Gegenseite
Lehrvideo des DJB
Quelle: DJB-Mediathek (DokuMe), verlinkt über den QR-Code auf dem DJB-Plakat.
Technikbeschreibung
Sode-tsurikomi-goshi ist nach Kodokan und IJF eine Variante des Tsurikomi-goshi, bei der Toris rechte Hand nicht das Revers, sondern Ukes linken Ärmel (Außenseite bzw. Ärmelende) greift und ihn nach oben hebt, um Ukes Gleichgewicht nach vorn bzw. nach vorn-rechts zu brechen. Mit dem angehobenen Ärmel wird Ukes Arm nach oben geführt, sodass Uke sich nicht mit dem Arm abstützen oder blocken kann. Im Tsukuri dreht Tori nach links ein und senkt die Hüfte tief unter Ukes Schwerpunkt, die linke Hand zieht Ukes rechten Ärmel nach vorn oben. Im Kake streckt Tori die Knie, hebt Uke auf die Hüfte und wirft ihn durch Hüfteinsatz und Zug beider Arme nach vorn. Die Technik eignet sich besonders bei beidhändigen Ärmelgriffen und in Kenka-yotsu-Situationen; der DJB führt sie als koordinativ anspruchsvollere Technik ab dem 5. Kyu im Grundprogramm.
Schlüsselpunkte, auf die Prüfer achten
- Rechte Hand greift Ukes linken Ärmel (außen bzw. Ärmelende) und hebt ihn nach oben
- Kuzushi nach vorn bzw. vorn-rechts durch Heben und Heranziehen beider Ärmel
- Tiefes Eindrehen, Hüfte unter Ukes Schwerpunkt, enger Körperkontakt
- Wurf durch Kniestreckung und Hüfteinsatz, Zug beider Arme nach vorn unten
- Ukes gehobener Arm bleibt bis zur Landung kontrolliert
Typische Fehler
- Ärmel wird nicht angehoben, Uke kann mit dem Arm blocken
- Hüfte nicht tief genug, Uke wird nicht geladen
- Verlust der Ärmelkontrolle beim Wurf
- Eindrehen ohne Kuzushi
Sicherheit: Uke fällt mit Mae- bzw. Yoko-ukemi vor Tori; Tori muss beide Ärmel bis zur Landung kontrollieren, damit Uke sicher abrollen kann. Der DJB führt die Technik wegen der koordinativen Anforderungen erst ab dem 5. Kyu.
Offizielles Kodokan-Video
Referenzausführung des Kodokan Judo Institute (Tokio), der Ursprungsschule des Judo.
Geschichte & Herkunft
Sode-tsurikomi-goshi gehört nicht zur Gokyo-no-waza von 1920, sondern zu den vom Kodokan später offiziell benannten Techniken; in der aktuellen Kodokan-Liste (Stand 1. April 2017) steht er als fünfte der zehn Koshi-waza unmittelbar nach Tsurikomi-goshi. Der DJB weist darauf hin, dass die Differenzierung Tsurikomi-goshi/Sode-tsurikomi-goshi aus der Neuzeit stammt, die Technik aber bereits bei der Zusammenstellung der Gokyo 1920 als Variante bekannt war. Laut IJF gehörte ein Sode-tsurikomi-goshi mit umgekehrtem Eingang zum Repertoire des Olympiasiegers von 1992 und dreifachen Weltmeisters Toshihiko Koga.
Das genaue Jahr der offiziellen Benennung durch den Kodokan (häufig mit 1982 bzw. 1997 angegeben) ist auf den zulässigen Seiten nicht direkt belegt; der DJB nennt 1982 nur allgemein als Veröffentlichungsjahr der Shinmeisho-no-waza. Zur Entstehung der Technik existiert keine offizielle Darstellung.
Quellen
Nur offizielle Verbandsquellen (Kodokan, IJF, DJB, nationale Verbände).
- Kodokan Definitions of Judo Techniques (01.10.2022) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Offizielle Kodokan-Definition: Uke auf die Hüfte laden und werfen, rechte Hand greift Ukes linken Ärmel und hebt ihn an
- Names of Judo Techniques (100 Techniken, Stand 1.4.2017) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Kanji, offizielle Schreibweise und Zuordnung zur Gruppe (Te-waza bzw. Koshi-waza) in der aktuellen Kodokan-Liste
- IJF Judo Techniques: Sode-tsurikomi-goshi – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)Belegt: IJF-Beschreibung „sleeve lift-pull hip throw“: Variante des Tsurikomi-goshi mit Griff am äußeren Ärmel bzw. Ärmelende
- IJF/Kodokan Classification of Judo (IJF Academy, gehostet von British Judo) – International Judo Federation / British Judo Association (abgerufen 2026-10-11)Belegt: IJF-Academy-Beschreibung von Sode-tsurikomi-goshi (Nr. 205)
- Toshihiko Koga: An Artist Has Gone – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Kogas Sode-tsuri-komi-goshi mit umgekehrtem Eingang; Olympiasieg 1992, Weltmeister 1989, 1991, 1995
- Anforderungen an Kyu-Grade im DJB (Stand 17. Februar 2025) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Sode-tsurikomi-goshi im DJB-Grundprogramm, Einführung als koordinativ schwierigere Technik ab 5. Kyu
- Technik-Pools für das Graduierungssystem des DJB (Stand 1. Juni 2022) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Zuordnung zum Grundprogramm; Differenzierung Tsurikomi-goshi/Sode-tsurikomi-goshi stammt aus der Neuzeit, Variante bereits 1920 bekannt
- Nomenklatur von Judotechniken im DJB (Stand 1. Juli 2022) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Shinmeisho-no-waza wurden 1982 veröffentlicht; Kodokan/IJF-Liste umfasst Shinmeisho-no-waza



