Illustration der Judo-Technik Tani-otoshi (Talfallzug)

3. Kyu · GrünYoko-sutemi-waza · Selbstfalltechniken zur SeiteVerbindliche Technik

谷落

Tani-otoshi

Talfallzug

Wörtlich: Talfall (Sturz ins Tal)

Programm
Erweiterungsprogramm (3.–1. Kyu)
Kodokan
Gokyo Dai-yonkyo (4. Gruppe)

Lehrvideo des DJB

Tani-otoshi· Erweiterungsprogramm Stand · © Deutscher Judo-Bund e.V. · Video ohne Ton
Geschwindigkeit:

Quelle: DJB-Mediathek (DokuMe), verlinkt über den QR-Code auf dem DJB-Plakat.

Technikbeschreibung

Tani-otoshi ist eine seitliche Selbstfalltechnik, die Uke nach hinten bzw. zur rechten hinteren Ecke wirft. Tori bricht Ukes Gleichgewicht nach hinten, schiebt das linke Bein gestreckt an der Außenseite von Ukes rechtem Fuß vorbei oder hinter beide Füße und legt sich auf die linke Körperseite. Durch Zug und Druck der Arme, die Uke in Richtung des gestreckten Beins ziehen, kippt Uke über dieses Bein nach hinten. Typische Anwendungssituationen sind der Konter gegen Eindrehwürfe (Tori blockt, umfasst Uke und zieht ihn über das gestreckte Bein nach hinten), die Ausführung nach Finten oder in Kombinationen sowie der Griff auf den Rücken. Der DJB führt Tani-otoshi als zentrale Kontertechnik und neben Tomoe-nage als verbindliche Sutemi-waza zum 3. Kyu.

Schlüsselpunkte, auf die Prüfer achten

  • Gleichgewichtsbruch nach hinten bzw. zur hinteren Ecke
  • Gestrecktes Bein tief hinter Ukes Fuß oder beide Füße schieben
  • Tori legt sich seitlich ab und nimmt Uke mit Armzug und Körpergewicht mit
  • Kein Fallen auf Ukes Knie; Richtung des Wurfs ist nach hinten, nicht seitlich auf das Gelenk
  • Direkter Übergang in eine Haltetechnik

Typische Fehler

  • Bein nur angestellt statt tief hinter Uke geschoben, Uke steigt darüber
  • Tori fällt seitlich auf Ukes Bein (Verletzungsgefahr für Ukes Knie)
  • Fehlender Armzug, Tori fällt allein

Sicherheit: Tani-otoshi gilt wegen der Belastung von Ukes Knie als risikoreich, wenn Tori quer auf das Bein fällt; sauber nach hinten werfen und nie seitlich gegen das Kniegelenk. Sutemi-waza werden im DJB-Grundprogramm aus Sicherheitsgründen zurückgestellt und erst ab dem 3. Kyu eingeführt; Uke muss sichere Fallschule (auch freier Fall) beherrschen, Tori darf den Partner nicht auf Kopf oder Nacken ziehen.

Offizielles Kodokan-Video

Referenzausführung des Kodokan Judo Institute (Tokio), der Ursprungsschule des Judo.

Tani-otoshi (谷落) · Offizielles Video des Kodokan Judo Institute, verlinkt auf der Kodokan-Technikliste.Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) aufgebaut.

Geschichte & Herkunft

Tani-otoshi (谷落) steht bereits in Jigoro Kanos handschriftlicher Technikliste von etwa 1886/87 und im 'Judo Zakki' von 1888. In der Gokyo-no-waza von 1895 war die Technik in der 2. Gruppe enthalten, in der überarbeiteten Gokyo von 1920 in der 4. Gruppe; in Isogais Lehrbuch von 1907 wurde sie noch als Beintechnik geführt. Die Gokyo-no-waza wurde 1895 vom Kodokan als Lehrplan der Wurftechniken festgelegt (42 Techniken) und 1920 auf 40 Techniken in fünf Gruppen zu je acht Würfen überarbeitet; 1982 ergänzte der Kodokan 17 neu benannte Techniken (Shinmeisho-no-waza), 1997 zwei weitere. Der Name ist laut DJB keine Handlungsbeschreibung, sondern ein Bild für das äußere Erscheinungsbild der Aktion ('Sturz ins Tal').

Quellen

Nur offizielle Verbandsquellen (Kodokan, IJF, DJB, nationale Verbände).

  1. Kodokan Definitions of Judo Techniques (01.10.2022, PDF) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Offizielle Definition: Uke ziehen und werfen, Gleichgewichtsbruch nach hinten, Körper auf die linke Seite legen, linkes Bein hinter Uke schieben; Yoko-sutemi-waza
  2. Tani-otoshi – IJF Judo Techniques – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Übersetzung 'valley drop'; Kuzushi nach hinten/rechts hinten, linker Fuß außen an Ukes rechtem Fuß vorbei oder hinter beide Füße, Fall auf die linke Seite
  3. 柔道 技名称一覧 (Kodokan-Techniknamenliste mit Gokyo 1895/1920) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: 谷落 in Gokyo 1895 (2. Gruppe) und Gokyo 1920 (4. Gruppe); aktuelle Liste Yoko-sutemi-waza Nr. 2
  4. Motohashi, H.: List of names of judo techniques by Jigoro KANO Shihan (Kodokan Judo Museum, Bulletin 2025, PDF) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Vergleichstabelle: 谷落 in Kanos Liste 1886/87, 'Judo Zakki' 1888, Gokyo 1895; bei Isogai 1907 als Ashi-waza klassifiziert
  5. はじめに (Einführung zur Technikliste: Geschichte der Gokyo-no-waza) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Gokyo-Geschichte 1895/1920/1982/1997
  6. Nomenklatur von Judotechniken im DJB (Stand 1. Juli 2022, PDF) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Yama-arashi und Tani-otoshi sind bildliche Umschreibungen der äußeren Erscheinung, keine Handlungsbeschreibungen
  7. Technik-Pools für das Graduierungssystem des DJB (Zuordnung der Nage-waza, PDF) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Tani-otoshi im Erweiterungsprogramm; 'zentrale Kontertechnik', auch in Kombinationen oder nach Finten
  8. Anforderungen an Kyu-Grade im DJB (Stand 17. Februar 2025, PDF) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: 3. Kyu: Tomoe-nage und Tani-otoshi werden als zentrale Sutemi-waza verbindlich gelernt; obligatorisch eine Variante von Tomoe-nage oder Tani-otoshi

Weitere Techniken dieser Gruppe


Inhalte nach dem Kyu-Graduierungssystem des Deutschen Judo-Bundes e.V. (Plakate, Stand 2024). Videos und Illustrationen: © Deutscher Judo-Bund e.V., eingebunden zu Lernzwecken.

Beschreibungen und Geschichte stützen sich ausschließlich auf offizielle Quellen (Kodokan, IJF, DJB und nationale Verbände). Die Quellen stehen auf jeder Technikseite.

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