Illustration der Judo-Technik Ippon-seoi-nage (Einarmiger Schulterwurf)

6. Kyu · Gelb-OrangeTe-waza · Hand- und Armtechniken

一本背負投

Ippon-seoi-nage

Einarmiger Schulterwurf

Wörtlich: Einarmiger Schulterwurf (wörtlich: „Ein-Arm“-Schulterwurf)

Programm
Grundprogramm (7.–4. Kyu)
Reihe
Eindrehtechnik zur Gegenseite

Lehrvideo des DJB

Ippon-seoi-nage· Grundprogramm Stand · © Deutscher Judo-Bund e.V. · Video ohne Ton
Geschwindigkeit:

Quelle: DJB-Mediathek (DokuMe), verlinkt über den QR-Code auf dem DJB-Plakat.

Technikbeschreibung

Ippon-seoi-nage ist eine Handtechnik, bei der Tori Uke nach vorn aus dem Gleichgewicht bringt, Ukes rechten Arm mit dem eigenen rechten Arm von innen umfasst und ihn auf dem Rücken tragend über die rechte Schulter wirft. Der Kodokan beschreibt dieselbe Grundbewegung wie beim Morote-seoi-nage, aber eine andere Handarbeit: Die linke Hand greift Ukes rechten Ärmel, Tori dreht nach links ein und schiebt den rechten Arm von unten entlang Ukes Brust in die rechte Achsel, wobei der rechte Oberarm fest an Ukes Körper gepresst bleibt. Im Tsukuri werden beide Knie gebeugt, sodass Toris Hüfte unter Ukes Schwerpunkt kommt und der Rücken eng an Ukes Oberkörper liegt. Im Kake zieht die linke Hand Ukes Arm nach vorn unten, Tori streckt die Knie und beugt den Oberkörper, sodass Uke über die Schulter rotiert. Im DJB-Grundprogramm ist Ippon-seoi-nage eine Eindrehtechnik für die Situation „Uke kommt vor“, die bereits ab dem 7. Kyu zur Haupt- oder Gegenseite gewählt werden kann; die früher im DJB als „Seoi-otoshi“ bezeichnete Form mit breitem Stand heißt nach dem Kodokan/IJF-Standard ebenfalls Ippon-seoi-nage.

Schlüsselpunkte, auf die Prüfer achten

  • Kuzushi nach vorn mit der Ärmelhand, bevor Tori eindreht
  • Rechter Arm von unten in Ukes rechte Achsel, Oberarm fest an Ukes Körper geklemmt
  • Linke Hand kontrolliert Ukes rechten Arm durchgehend (Hikite)
  • Knie tief gebeugt, Hüfte unter Ukes Schwerpunkt, enger Rückenkontakt
  • Wurf durch Beinstreckung und Vorbeugen, Zug beider Arme nach vorn unten
  • Beidseitige Ausführung (Haupt- und Gegenseite) nach DJB-Anforderungen

Typische Fehler

  • Oberarm nicht fest an Ukes Körper: Uke kann den Arm herausziehen
  • Eindrehen ohne Kuzushi, Uke bleibt aufrecht und stabil
  • Hüfte zu hoch, Tori „hebt“ mit dem Rücken statt mit den Beinen
  • Kontrolle über Ukes Arm (Ärmelhand) geht beim Wurf verloren

Sicherheit: Uke fällt vorwärts über die Schulter und braucht eine sichere Vorwärtsrolle bzw. Mae-ukemi; Tori hält Ukes Arm bis zur Landung. Auf die Knie fallende Ausführungen gehören nach Kodokan zu Seoi-otoshi und sind im Grundprogramm nicht vorgesehen.

Offizielles Kodokan-Video

Referenzausführung des Kodokan Judo Institute (Tokio), der Ursprungsschule des Judo.

Ippon-seoi-nage (一本背負投) · Offizielles Video des Kodokan Judo Institute, verlinkt auf der Kodokan-Technikliste.Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) aufgebaut.

Musterlösungen & Begleitmaterial des DJB

Weitere Lehrvideos aus der DJB-Mediathek, die diese Technik in Anwendungssituationen zeigen.

  • Pendel-Uchi-komi mit Seoi-nage· Begleitmaterial · © Deutscher Judo-Bund e.V.
    Geschwindigkeit:

Geschichte & Herkunft

Ippon-seoi-nage war lange eine Variante des Seoi-nage und gehört nicht zur Gokyo-no-waza von 1920. Der DJB erläutert, dass Ippon-seoi-nage 1997 als eigenständige offizielle Bezeichnung festgelegt wurde (in der Nage-no-kata trägt die Technik weiterhin den alten Namen Seoi-nage); nach DJB-Angaben waren beide Formen bereits bei der Zusammenstellung der Gokyo 1920 als Varianten bekannt. In der aktuellen Kodokan-Liste (Stand 1. April 2017) steht Ippon-seoi-nage an zweiter Stelle der 16 Te-waza. Der japanische Olympiasieger von 1992 und dreifache Weltmeister Toshihiko Koga ist laut IJF für seinen „legendären Ippon-seoi-nage“ bekannt.

Zur konkreten Entstehung der einarmigen Form existiert auf den zulässigen Seiten keine Darstellung; die Kodokan-Technikseite nennt keine Jahreszahl der Aufnahme. Das Jahr 1997 ist nur über das DJB-Nomenklaturdokument belegt.

Quellen

Nur offizielle Verbandsquellen (Kodokan, IJF, DJB, nationale Verbände).

  1. Kodokan Definitions of Judo Techniques (01.10.2022) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Offizielle Kodokan-Definition: Ukes rechten Arm von innen mit dem rechten Arm halten, auf dem Rücken tragen, über die rechte Schulter werfen
  2. Ippon-seoi-nage (Te-waza), Kodokan-Technikseite (japanisch) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Gleiche Grundbewegung wie Morote-seoi-nage, andere Handarbeit; Oberarm fest an Ukes Körper; Varianten
  3. Names of Judo Techniques (100 Techniken, Stand 1.4.2017) – Kodokan Judo Institute (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Kanji, offizielle Schreibweise und Zuordnung zur Gruppe (Te-waza bzw. Koshi-waza) in der aktuellen Kodokan-Liste
  4. IJF Judo Techniques: Ippon-seoi-nage – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: IJF-Beschreibung und Übersetzung „one-armed shoulder throw“, Te-waza
  5. IJF/Kodokan Classification of Judo (IJF Academy, gehostet von British Judo) – International Judo Federation / British Judo Association (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: IJF-Academy-Beschreibung von Ippon-seoi-nage (Nr. 102)
  6. Toshihiko Koga: An Artist Has Gone – International Judo Federation (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Kogas „legendärer Ippon-seoi-nage“; Olympiasieg Barcelona 1992, Silber Atlanta 1996, Weltmeister 1989, 1991, 1995
  7. Anforderungen an Kyu-Grade im DJB (Stand 17. Februar 2025) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Ippon-seoi-nage im DJB-Grundprogramm (Te-waza), geeignete Eindrehtechnik ab 7. Kyu
  8. Technik-Pools für das Graduierungssystem des DJB (Stand 1. Juni 2022) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Zuordnung zum Grundprogramm; Hinweis, dass die Differenzierung Seoi-nage/Ippon-seoi-nage aus der Neuzeit stammt
  9. Nomenklatur von Judotechniken im DJB (Stand 1. Juli 2022) – Deutscher Judo-Bund (abgerufen 2026-10-11)
    Belegt: Ippon-seoi-nage 1997 als eigenständige offizielle Bezeichnung festgelegt; frühere DJB-Bezeichnung „Seoi-otoshi“ für die Form mit breitem Stand entfällt

Weitere Techniken dieser Gruppe


Inhalte nach dem Kyu-Graduierungssystem des Deutschen Judo-Bundes e.V. (Plakate, Stand 2024). Videos und Illustrationen: © Deutscher Judo-Bund e.V., eingebunden zu Lernzwecken.

Beschreibungen und Geschichte stützen sich ausschließlich auf offizielle Quellen (Kodokan, IJF, DJB und nationale Verbände). Die Quellen stehen auf jeder Technikseite.

Diese Seite erhebt keine Daten und nutzt keine Cookies. Lernfortschritt, Merkliste und Quiz-Bilanz werden ausschließlich auf diesem Gerät im Browser gespeichert und gehen bei einem Wechsel von Gerät oder Browser verloren.

Impressum & Datenschutz