Ukemi – Fallschule 受身
Fallen / den Körper (einen Wurf) empfangen

Ukemi ist nach der Definition des Kodokan die Methode, ohne Verletzung und ohne Schmerz sicher zu fallen, gleich ob man selbst zu Boden geht oder vom Partner geworfen wird. Der Kodokan unterscheidet vier Formen: Ushiro-ukemi (Fallen rückwärts, 後ろ受身/後方受身), Yoko-ukemi (Fallen seitwärts, 横受身/側方受身), Mae-ukemi (Fallen vorwärts, 前受身/前方受身) und Mae-mawari-ukemi, auch Zenpo-kaiten-ukemi genannt (Rolle vorwärts, 前回り受身/前方回転受身). Zwei Prinzipien liegen allen Formen zugrunde: Beim Aufprall schlägt der Arm auf die Matte und federt den Stoß ab, und der Körper wird rund gemacht, damit sich die Wucht nicht an einer Stelle konzentriert. Methodisch beginnt man am Ort, langsam und aus niedriger Position, steigert dann Tempo und Höhe und übt schließlich aus der Bewegung. Beim Ushiro-ukemi wird das Kinn angezogen, der Körper gerundet, nach hinten abgerollt und mit beiden Händen in einem Winkel von 30 bis 40 Grad zum Körper auf die Matte geschlagen; die Beine werden natürlich gestreckt, damit die Rotation stoppt und der Hinterkopf die Matte nicht berührt. Beim Yoko-ukemi rollt man mit angezogenem Kinn zur Seite ab und schlägt mit der Hand der Fallseite (ebenfalls 30 bis 40 Grad) auf die Matte. Beim Mae-ukemi bilden Handflächen und Unterarme im 45-Grad-Winkel ein kleines Dreieck vor dem Gesicht, der Körper bleibt gespannt, und Gesicht, Brust und Bauch berühren die Matte nicht. Beim Mae-mawari-ukemi setzt man aus der rechten Shizentai die linke Hand mit nach innen zeigenden Fingern an die Spitze eines gedachten gleichseitigen Dreiecks über der Fußlinie, die rechte Hand daneben, streckt die Knie, rollt über rechten Arm und rechte Schulter ab und schließt in der Form des Yoko-ukemi ab. Im DJB-Kyu-Programm stehen Ukemi und Partnerverhalten im Zentrum des 7. Kyu; das Fallen zieht sich mit steigender Dynamik bis zum freien Fall im 3. Kyu durch die gesamte Grundausbildung.
- Vier Formen nach Kodokan: Ushiro-ukemi (rückwärts), Yoko-ukemi (seitwärts), Mae-ukemi (vorwärts), Mae-mawari-ukemi / Zenpo-kaiten-ukemi (Rolle vorwärts).
- Zwei Prinzipien: Abschlagen mit dem Arm federt den Aufprall ab; runder Körper verteilt die Wucht.
- Kinn anziehen – der Hinterkopf darf die Matte nie berühren (Kodokan).
- Abschlagwinkel Arm–Körper 30 bis 40 Grad bei Ushiro- und Yoko-ukemi (Kodokan).
- Methodik: am Ort und niedrig beginnen, dann schneller und höher, zuletzt aus der Bewegung (Kodokan).
- DJB 8. Kyu: Grundverständnis, dass man beim Judo lernt zu fallen, ohne sich zu verletzen.
- DJB 7. Kyu (gelb): aus dem Stand rückwärts, seitwärts, Rolle – jeweils eine Seite; als Uke bei Würfen beide Seiten.
- DJB 6. Kyu (gelb-orange): alle Falltechniken beidseitig; rückwärts mit Rolle über die Schulter; Rolle vorwärts beide Seiten.
- DJB 5. Kyu (orange): Ukemi aus dem Gehen (rückwärts, seitwärts re+li, Rolle re+li).
- DJB 4. Kyu (orange-grün): aus der zügigen Bewegung beidseitig; Fallen vorwärts über Hindernisse geübt, freier Fall angebahnt.
- DJB 3. Kyu (grün): freier Fall – die „Krone der Falltechniken“.
- DJB 2. und 1. Kyu: alle bisherigen Ukemi.
- Ziel der Grundausbildung laut DJB: angstfreies Fallen in alle Richtungen mit zunehmender Dynamik, isoliert und als Uke bei Wurfübungen.
Sicherheit: Sicheres Fallen ist laut DJB die Voraussetzung, um Judo zu lernen, und dient der Sicherheit in vielen Alltagssituationen. Der Kodokan schreibt vor, Ukemi zunächst am Ort, langsam und niedrig zu üben und die Dynamik erst allmählich zu steigern. Bei jüngeren Kindern ist laut DJB-Kyu-Programm besonders auf Verletzungsschutz zu achten, etwa indem die Wurfdynamik von O-soto-gari reduziert wird (z. B. durch Absetzen des Wurfbeins). Bei Lernzielkontrollen zum 7. Kyu wird wegen der Rechts-links-Differenzierung jüngerer Kinder nur eine Seite verlangt. Das DJB-Plakat zum 8. Kyu verbindet Ukemi mit den Werten Mut und Selbstbeherrschung: „Wer sicher fällt, kann auch verletzungsfrei wieder aufstehen.“
Quellen
Nur offizielle Verbandsquellen (Kodokan, IJF, DJB, nationale Verbände).
- 昇段試験用テキスト「講道館柔道」(Kodokan-Lehrtext für Dan-Prüfungen, Fassung 19.06.2026), Kapitel 3 „受身“ – Kodokan Judo Institute (公益財団法人講道館) (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Definition von Ukemi, zwei Prinzipien, Methodik, Ausführung der vier Formen (Ushiro, Yoko, Mae, Mae-mawari/Zenpo-kaiten), Winkel 30–40° bzw. 45°, Hinterkopf schützen.
- IJF/Kodokan Classification of Judo (IJF Academy Level 1; Terminologie nach Kodokan New Japanese-English Dictionary of Judo) – British Judo Association / IJF Academy (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Englische Definitionen: Ukemi (breakfall), Mae-ukemi, Ushiro-ukemi, Yoko-ukemi, Mae-mawari-ukemi (forward rolling breakfall).
- Anforderungen für Kyu-Grade im DJB (Stand 17. Februar 2025, V2) – Deutscher Judo-Bund e.V. (abgerufen 2026-10-11)Belegt: Ukemi-Anforderungen je Kyu-Grad (7. bis 1. Kyu), Ziel „angstfreies Fallen in alle Richtungen“, freier Fall als „Krone der Falltechniken“, Verletzungsschutz bei O-soto-gari, nur eine Seite bei Lernzielkontrollen zum 7. Kyu.
- Plakat Kyu-Graduierungssystem 8. Kyu (weiß-gelb) – Deutscher Judo-Bund e.V. (abgerufen 2026-10-11)Belegt: „Ukemi – Fallen: Wer sicher fällt, kann auch verletzungsfrei wieder aufstehen. Dazu gehören Mut und Selbstbeherrschung.“ und „Sicheres Fallen ist eine Voraussetzung, um Judo zu lernen.“